Spannende Flugobjekte erwarten die Besucher von 22. bis zum 24. Juni 2018 auf dem Flugplatz in Zell am See.  Unter anderem ist das E-Flugzeug von Peter Brickwede – der  Stratos 300 Elektro zu sehen. Von diesem einsitzigen Ultraleichtflugzeug wurden in den späten 80er Jahren knapp 30 Stück gebaut. Der Rumpf und die Tragflächen bestehen zum Teil aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen, was für die damalige Zeit recht fortschrittlich war. Als Antrieb wählte der Hersteller einen Dreizylinder-Sternmotor von König mit 17kW. Dieser war zwar besonders leicht, da König hauptsächlich Motoren für den Kart-Rennsport gebaut hat, jedoch auch recht unzuverlässig. Da im Bereich des leichten Luftsports Elektromotoren bis zu 16kW Leistung in verschiedenen Ultraleichtflugzeugen zugelassen und bezahlbar geworden sind, fiel die Wahl auf die Stratos 300 als geeignetes Flugzeug für den geplanten Umbau. Als Motor wurde der HPD16 von Geiger mit Falt-Schubpropeller gewählt. Dieser entwickelt während des Starts kurzzeitig bis zu 19kW und dauerhaft 16 kW Leistung. Als Energiespeicher wurden 3 identische Lithium-Ionen-Akkupacks mit einer Gesamtkapazität von ca. 10kWh eingebaut. Das ist vergleichbar mit ca. 10 großen Autobatterien mit jeweils 80Ah Kapazität. Zusammen ermöglicht das eine motorgetriebene Flugzeit von bis zu 90 Minuten

 

Als Motorsegler wird die Energie aus dem Akkus aber eher für den Start, die Suche nach geeigneter Thermik und die stressfreie Rückkehr zum Heimatflugplatz verwendet, als für den reinen Motorflug. Die Stratos 300 Elektro wurde zwischen Oktober 2016 und Mai 2017 vom heutigen Besitzer auf Elektroantrieb umgerüstet und fliegt seit Mai 2017 unter vorläufiger Verkehrszulassung des Deutschen Aeroclubs (DAeC) im Testbetrieb. Die endgültige Verkehrszulassung ist für das aktuelle Jahr 2018 angestrebt, wonach dann jeder UL-Pilot dieses leise und umweltfreundliche Flugzeug fliegen dürfte.

 

Foto: Stratos 300 Elektro